
formam ephemeridibus inducere coactum nos iri praediximus, nisi subscriptionem, ante hos duos annos a nobis
vulgatam, conveniens numerus sustineret, qui minime comparuit.“
[Sp. 899/900:]
Deutschland (14): Andechs, Berlin, Düsseldorf, Erfurt, Göttingen, Hohenpeissenberg, Ingolstadt,
Mannheim, München, Regensburg, Sagan, Tegernsee, Würzburg, St. Zeno.
Oesterreich-Ungarn (2): Ofen, Prag.
Schweiz (2): Genf, St. Gotthard.
Italien (4): Bologna, Chioggia, Padua, Rom.
Frankreich (3): Dijon, Marseille, La Rochelle.
Belgien und Holland (4): Brüssel, Delft, Haag, Middelburg.
Russland (3): Moskau, Psychminsk i. Ural, St. Petersburg.
Skandinavische Länder (4): Edsberga u. Spydberg in Norwegen, Kopenhagen, Stockholm.
Ausserhalb Europa: Godthaab in Grönland, Bradford und Cambridge in Nordamerika.
Das Beobachtungsnetz der Mannheimer Gesellschaft erstreckte sich also vom Ural bis nach
Nordamerika und von Grönland bis ans Mittelländische Meer. Dasselbe noch weiter
auszudehnen, ja in Wahrheit die ganze Erde damit zu umspannen, war des Kurfürsten wie
Hemmer’s lebhafter Wunsch.
Die Hoffnung in Batavia eine Station zu erhalten, wird leider vereitelt, und ebenso wenig glückt
es mit Hülfe der Mährischen Brüder in Labrador, Grönland und Island mehrere Stationen
einzurichten
1
); erst durch Bugge’s Vermittlung in Kopenhagen gelingt es der Gesellschaft, in
Godthaab einen geeigneten Beobachter für die mit vielen Kosten und Gefahren hingesandten
Instrumente zu gewinnen. Nach Madrid werden noch i. J. 1787 - auf dem Rhein nach
Amsterdam und von da per Schiff nach Bilbao - Instrumente gesendet, welche, „felix eventus“,
glücklich ankommen, während das Gesuch der Akademie in Barcelona um Ueberlassung von
Instrumenten a/jointfilesconvert/330930/bgeschlagen werden muss, da am Mittelmeer genug Stationen vorhanden seien.
Das letztere Motiv wird mit grosser Konsequenz gegenüber den vielfachen Bitten deutscher
Gesellschaften und Privater, um kostenfreie A/jointfilesconvert/330930/bgabe von Instrumenten, zur Anwendung
gebracht; so bescheidet man G. Busse aus Dessau, welcher den Petersberg bei Halle als
„aptissimus stationi meteorologicae“ vorschlägt, abschlägig, ebenso wie Felbiger und A. A.
Abendroth aus Hamburg, „meteorologiae solers cultor“, von dem mir indess nichts bekannt
geworden ist. Auch ist die Gesellschaft genöthigt, um ihrem Plane getreu zu bleiben, das
Anerbieten des Markgrafen Christian Friedrich von Ansbach, welcher unter Rabe’s Leitung
meteorologische Stationen in seinem Lande einrichten lässt, deren Beobachtungen in ihre
Ephemeriden aufzunehmen, abzulehnen und eine besondere Publikation anzurathen, woraus
jedoch nichts geworden zu sein scheint.
Auffallend muss es erscheinen, dass in dem Beobachtungsnetze der Gesellschaft England nicht
vertreten ist, ja dass grade vom nämlichen Jahre 1781 ab, in welchem die Beobachtungen ihren
Anfang nahmen, das auf Veranlassung der Royal Society in London geführte Wetterjournal ganz
vernachlässigt wurde
2
).
Auf der Centralstation in Mannheim wurden die Beobachtungen unter Hemmer’s Leitung mit
naturgemäss grösserer Genauigkeit und Vollständigkeit als anderwärts ausgeführt, so dass sie als
das best eingerichtete meteorologische Observatorium von damals gelten konnte. Seit dem Mai
1785 funktionirte daselbst der erste in Deutschland aufgestellte Barograph (von Changeux),
dessen Aufzeichnungen Hemmer in den Ephemeriden auszugsweise veröffentlicht hat. Wie aus
dem 7. Bde derselben hervorgeht, war auch in München ein gleiches Instrument vorhanden, von
dem aber anscheinend kein
1) F. A. Schiller in Barby, der Mutterkolonie der Mährischen Brüder, theilte mit, dass diese in Island noch keinen
festen Sitz hätten und dass in Grönland der Personenwechsel zu häufig sei. Titius
hatte indess schon in den 70er
Jahren Witterungsbeobachtungen ebendaher erhalten und dieselben publicirt.
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